Mit Herzblut geprägt

25. August 2026
Fast zehn Jahre Kappelhof gehen zu Ende: Ralf und Cristina Kock verabschieden sich in die Frühpension. Im Rückblick erzählen sie von ihrer Haltung, prägenden Momenten und dem Erfolgsrezept hinter ihrer gemeinsamen Arbeit – und davon, was sie dem Kappelhof für die Zukunft mitgeben möchten.

Eine Frage der Haltung
„Wir haben den Kappelhof nicht verwaltet, wir haben ihn gelebt“, sagen die beiden. Geprägt von ihrer Herkunft aus der Hotellerie verstanden sich Ralf und Cristina Kock auch im Alterszentrum als Gastgeber und Dienstleister. Das Wohl der Bewohner*innen stand stets im Mittelpunkt. Daher erstaunt es nicht, dass sich die beiden besonders über die Aussagen der Bewohner*innen freuten: „Ich fühle mich im Kappelhof zu Hause.“

„In diesen wenigen Worten steckt alles, was ein Alterszentrum ausmachen soll“, ist das Ehepaar Kock überzeugt. Wohlbefinden, Sicherheit, Geborgenheit – damit bei den Bewohner*innen solche Gefühle entstehen können, brauche es das Zusammenspiel des ganzen Teams. „Jeder einzelne Mitarbeitende ist extrem wertvoll und trägt zum Ganzen bei.“ Ob Mitarbeitende oder Bereichsleitung der Hotellerie, Küche, Pflege, Sekretariat und Technischer Dienst – jede Aufgabe sei wichtig. Auf ihre Teams konnten sie sich jederzeit verlassen. Ein Beispiel: „Der Betrieb läuft 24 Stunden. Dank einem tollen Nachtteam konnten wir gut schlafen.“ Gleichzeitig waren Ralf und Cristina Kock selbst sehr präsent im Betrieb: für die Bewohner*innen, wie auch für die Mitarbeitende. „Würden wir nur im Büro sitzen, hätten wir keine Ahnung, was draussen passiert, wo der Schuh drück und wie die Stimmung ist.“

Menschlichkeit und Wirtschaftlichkeit
Die Kocks wussten, dass die Führung eines Alterszentrums ein Spannungsfeld bedeutet: Die Bedürfnisse von Bewohner*innen, Angehörigen und Mitarbeitenden müssen mit einem wirtschaftlich gut aufgestellten Betrieb in Einklang gebracht werden. „Wirtschaftlich erfolgreich zu sein und gleichzeitig den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, das gehört für uns zusammen.“ Die Haltung prägte auch die Entwicklung des Kappelhofs. Ralf und Cristina Kock haben den einstigen Gemeindebetrieb zu einem wirtschaftlich geführten Unternehmen entwickelt und den Betrieb aus den roten in die schwarzen Zahlen geführt. Gleichzeitig haben sie den Kappelhof kontinuierlich professionalisiert und modernisiert. Bewährte Strukturen und Abläufe aus ihrer langjährigen Erfahrung wurden eingeführt, neue Verantwortungsbereiche wie die Leitung Hotellerie und das Qualitätsmanagement aufgebaut.

Eine ganz andere Herausforderung war die Corona-Pandemie. „Wir mussten Lösungen finden und uns neu erfinden“, erinnern sie sich. Die ausserordentliche Situation forderte das gesamte Haus. Umso mehr freuten sich die Kocks über die positiven Rückmeldungen aus den Befragungen von Bewohner*innen, Angehörigen und Mitarbeitenden. Diese Rückmeldungen bestätigen die positive Entwicklung des Kappelhofs.

Bereit für die Übergabe
Nun ist es Zeit, die Leitung des Kappelhofes in neue Hände zu legen. „Wir übergeben einen professionell aufgestellten Betrieb mit klaren Strukturen, starken Teams an den richtigen Stellen und einem guten Ruf“, sagen die Kocks. Ratschläge wollen die beiden ihrem Nachfolger Franz Bach nicht mit auf den Weg geben. „Er kommt mit seiner Erfahrung und soll seine Fähigkeiten und seinen Stil einbringen.“ Einen Wunsch haben sie dennoch: „Der Geist des Kappelhofs soll erhalten bleiben, die Bewohner*innen weiterhin ein gutes und betreutes Zuhause finden, Mitarbeitende einen sicheren und guten Arbeitsplatz haben und Fröhlichkeit und Lachen ihren Platz im Alltag behalten.“

Mehr Zeit für sich
Nach fast zehn Jahren voller Präsenz und Verantwortung freuen sich die Kocks nun auf mehr Selbstbestimmung. „Jetzt kommt die Zeit für uns“, sagen sie. Zeit, die eigenen Bedürfnisse stärker in den Vordergrund zu stellen und das Leben selbstbestimmter zu gestalten. Die eine oder andere Reise zu machen, mehr Zeit im Garten verbringen und die Natur geniessen.

Was sie am Kappelhof vermissen werden, können sie heute noch nicht sagen. „Wir wissen es jetzt nicht. Treffen wir uns im halben Jahr“, meinen die beiden mit einem Lächeln. Sicher ist aber: „Wir gehen mit einem positiven Gefühl. Der Kappelhof war Teil unseres Lebens und wir werden immer mit ihm verbunden sein.“

Ralf und Cristina Kock
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