Wenn das Leben kompliziert wird
Der Arbeitgeber hat gekündigt. Auf dem Küchentisch stapeln sich unbezahlte Rechnungen. Mit jedem Tag wächst die Sorge: Wie geht es finanziell weiter? Genau in solchen Momenten kann die Sozialberatung Orientierung und Unterstützung bieten. Situationen wie diese führen Betroffene in Wittenbach zu Ana Fäh. Sie bietet die Sozialberatung der Gemeinde an: Ein freiwilliges, niederschwelliges, kostenloses Angebot, das Teil des gesetzlichen Auftrags der Gemeinde ist. Die Sozialberatung unterstützt Menschen in herausfordernden Lebenssituationen. „Es geht darum, frühzeitig zu unterstützen, bevor sich Probleme zuspitzen“, erklärt Fäh.
Ein Ort für Fragen aller Art
„Viele Menschen kommen nicht, weil sie untätig sind, sondern weil sie nicht wissen, wo sie anfangen sollen“, sagt Ana Fäh. Die Anliegen, mit denen Witternbacher*innen zu Ana Fäh kommen, sind vielfältig. Besonders häufig drehen sie sich jedoch um finanzielle Fragen. Oft beginnt es mit ganz konkreten Unsicherheiten: Reicht das Geld bis Ende Monat? Was bedeutet die Kündigung jetzt? Habe ich Anspruch auf Unterstützung? Wie läuft das mit Versicherungsleistungen? Darüber hinaus beschäftigen die Ratsuchenden auch Themen wie Trennung und Scheidung, die Suche nach einer neuen Stelle oder der Umgang mit Behörden. Manchmal braucht es auch nur eine kurze Hilfestellung, etwa beim Ausfüllen eines Formulars oder dabei, einen Brief zu verstehen und einzuordnen. „Im Grundsatz können die Leute mit jeder Frage zu mir kommen. Es gibt nichts, was nicht gefragt werden kann“, betont Ana Fäh. Teils verweist sie an andere Fachstellen, die für das entsprechende Anliegen besser geeignet sind. Im vergangenen Jahr führte sie in Wittenbach 67 umfassende Beratungen. Hinzu kommen 88 Kurzberatungen von Anliegen, die innerhalb von zwei Stunden geklärt werden können.
Hilfe zur Selbsthilfe
Die Sozialberatung verfolgt ein klares Ziel: Menschen sollen langfristig wieder eigenständig handeln können. „Mein Ziel ist, die Leute zu befähigen: Hilfe zur Selbsthilfe“, erklärt Fäh, „nach meiner Unterstützung sollen sie diese Themen möglichst allein angehen können.“ Ihre Beratung orientiert sich an den vorhandenen Ressourcen der Personen, die sie begleitet. Gemeinsam wird erarbeitet, was die Betroffenen selbst leisten können und wo Unterstützung nötig ist. Manche Anliegen lassen sich in einem Termin klären, andere erfordern eine längere Begleitung. Besonders wichtig ist Ana Fäh das frühe Handeln: „Unterstützung erfolgt im besten Fall, bevor Schulden wachsen, bevor die Wohnung gefährdet ist oder bevor Sozialhilfe nötig wird.“
Grenzen der Unterstützung
So breit die Unterstützung ist, so klar sind auch ihre Grenzen. Nicht jedes Anliegen lässt sich umsetzen. „Ich zeige realistische Möglichkeiten auf, auch wenn diese nicht den Wünschen oder Vorstellungen betroffenen Personen entsprechen“, sagt Fäh. Rechtlich aussichtslose Schritte oder unrealistische Erwartungen kann sie nicht unterstützen. „Meine Arbeit muss Sinn machen, sonst ist niemandem geholfen.“ Die Zusammenarbeit basiert zudem auf Freiwilligkeit. Anders als bei der Berufsbeistandschaft entscheiden die Ratsuchenden selbst, ob und wie sie Unterstützung annehmen und können diese auch jederzeit beenden. Und woran erkennt sie, dass ihre Arbeit erfolgreich war? „Das beste Feedback ist, wenn ich überflüssig werde und nicht mehr gebraucht werde.“
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Sozialberatung Wittenbach Kostenlose Beratung und Unterstützung zu verschiedenen Fragestellungen, wie Budget- und Schuldenberatung, Arbeitslosigkeit, Sozialversicherungen, schwierige Lebenslagen, Konflikte in der Familie etc. Kontakt für Terminvereinbarung: Ana Fäh, 071 292 22 03, ana.faeh@wittenbach.ch |