Budget 2027: Steuersenkung trotz Defizit

27. Oktober 2026
Neue Zuordnungen in der Bildung, höhere Aufwände bei der Gesundheit, aber auch steigende Steuererträge prägen das Budget 2027. Trotz des erwarteten Defizits beantragt der Gemeinderat den Steuerfuss um 4% zu senken.

Das Budget 2027 der Gemeinde Wittenbach sieht bei Gesamtausgaben von 61,2 Millionen Franken einen Aufwandüberschuss von 2,9 Millionen Franken vor. Gleichzeitig beantragt der Gemeinderat, den Steuerfuss von 119 auf 115 Prozent zu senken.

Massvolle Steuersenkung trotz Defizit
Die Jahresrechnungen des allgemeinen Haushalts waren in den vergangenen Jahren weitgehend ausgeglichen. Zusätzliche Erträge konnten steigende Ausgaben etwa in der Bildung oder der Gesundheitsversorgung auffangen. Die daraus entstandenen Überschüsse wurden dem Eigenkapital zugewiesen, das Ende 2025 ohne Spezialfinanzierungen rund 70 Millionen Franken betrug.

„Der Gemeinderat ist überzeugt, dass eine moderate Steuersenkung verantwortbar ist“, erklärt Gemeindepräsident Peter Bruhin. „Ziel ist es, nicht mehr Steuern zu erheben, als zur Erfüllung der Gemeindeaufgaben nötig sind.“ Allfällige Defizite könnten über das Eigenkapital aufgefangen werden. Grössere Investitionen, etwa ein Schulhausbau, müssen hingegen mit Fremdkapital finanziert werden, da die flüssigen Mittel der Gemeinde dafür nicht ausreichen.

Verschiebungen prägen den Budgetvergleich
Gegenüber dem Vorjahresbudget steigen insbesondere die Aufwendungen für Bildung und Gesundheit. In der Bildung führt die organisatorische Verschiebung der Schulergänzenden Betreuung zu einem Nettomehraufwand von 436’000 Franken. Hinzu kommen ordentliche Lohnstufenanstiege, eine zusätzliche Schulklasse und ein möglicher Teuerungsausgleich für Lehrpersonen.

In der Sozialen Sicherheit bleiben die Gesamtausgaben gegenüber dem Vorjahr ähnlich. In den Unterkonten ergeben sich jedoch Abweichungen. So reduziert die neue Zuordnung der schulergänzenden Betreuung den Aufwand, während der Statuswechsel von rund 20 Personen aus der Ukraine zu einer B-Bewilligung beispielsweise zu Mehraufwand führt.

Im Gesundheitsbereich steigen aufgrund der demografischen Entwicklung die Kosten für die Restfinanzierung der Pflegedienstleistungen um rund 200’000 Franken.

Höhere Steuererträge erwartet
Trotz der beantragten Steuersenkung rechnet der Gemeinderat mit steigenden Steuereinnahmen. Insgesamt sind gegenüber dem Vorjahresbudget rund 1,27 Millionen Franken zusätzliche Steuererträge eingeplant. Bei den natürlichen Personen wird aufgrund einer höheren Steuerkraft und zusätzlicher Nachsteuern ein moderates Wachstum erwartet. Bei den juristischen Personen wird mit einem deutlichen Zuwachs der Steuererträge von 700’000 Franken gerechnet.

Investitionen von 10,5 Millionen Franken
Für 2027 sind Nettoinvestitionen von 10,5 Millionen Franken vorgesehen. Davon entfallen knapp 1,7 Millionen Franken auf neue Investitionen; die übrigen Vorhaben wurden bereits von der Bürgerschaft beschlossen. Die grössten Investitionen entfallen auf die Abwasserbeseitigung und die Gemeindestrassen. Weitere Mittel sind für Arbeiten am Gemeindehaus, an Schulliegenschaften und am Sportplatz vorgesehen.

Information und Bürgerversammlung

6. November: Die Budgetbroschüre wie auch die ergänzende Website 2027.wittenbach.ch stehen zur Verfügung
16. November: Auseinandersetzung mit dem Budget an der Bürgerinformation
30. November: Die Stimmberechtigten entscheidet an der Bürgerversammlung über das Budget 2027.

 

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