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News | Veranstaltungen

„Mein Leben ist ruhig geworden“

In der Zeit der Coronakrise sind vor allem auch die Risikogruppen gefordert. Wie alle haben insbesondere auch sie sich an die BAG-Richtlinien zu halten. Ihre Bewegungsfreiheit ist jedoch zusätzlich eingeschränkt, da sie zur Risikogruppe gehören. Wie also verbringt man die Zeit, wenn man nicht mehr einkaufen gehen soll, sich nicht mehr mit Freunden treffen darf, diverse Aktivitäten gestrichen sind und grundsätzlich zu Hause bleiben soll? Die 80-jährige Rita Duwendag erzählt aus ihrem Corona-Alltag:

Wie geht es Ihnen in diesen Corona Zeiten?
Ich bin gesund und fühle mich gut und gehöre nur wegen meines Alters zur Risikogruppe. Daher fühlen sich diese Einschränkungen für mich schon sehr absurd an. Aber bis jetzt war mir noch nie wahnsinnig langweilig, da ich immer etwas zu tun hatte. Natürlich ist es für mich ein grosses Problem, dass ich nicht raus darf und ich vermisse meine üblichen Aktivitäten wie Tennis spielen, ins Theater gehen, Enkel bekochen, Kontakte pflegen etc. Aber nun steht mein Homevelo mitten im Wohnzimmer. So kann ich doch noch bisschen Sport machen. Dann sitze ich auf dem Velo und schaue TV. Beim TVO gibt es jeweils eine Gymnastikstunde – das Mitturnen  kann ich nur empfehlen.

Wie hat sich ihr Leben in den letzten paar Wochen verändert?
Mein Leben ist ruhig geworden. Damit hatte ich anfangs etwas Mühe auf vieles verzichten zu müssen. In der Zwischenzeit geniesse ich die Ruhe und dass ich keine Verpflichtungen mehr habe. Natürlich ist der Nachteil, dass man nicht mit Freunden und Familie zusammensitzen kann, sich nicht mal umarmen kann. Aber ich leide nicht unter Einsamkeit. Jetzt muss man sich halt selbst beschäftigen, das müssen wohl viele erst lernen. Aber wir sollten zufrieden sein, wir haben ja noch  Strom, fliessendes Wasser, Essen. In anderen Ländern ist die Situation wohl viel schlimmer. Und wenn ich wirklich  Hilfe brauche, kann ich sie finden:  Die Angebote und Unterstützung unserer Gemeinde, Kirche, Fachstellen, meiner Familie, Nachbarschaft sind so vielfältig.

Und wie beschäftigen Sie sich zu Hause?
Ich stehe jetzt etwas später auf als üblich. Lese beim Frühstück die Zeitung, da habe ich jetzt Zeit alle Artikel zu lesen. Ausserdem habe ich mir vorgenommen, während dieser Corona Zeit etwas auszumisten. Einfach jeden Tag ein bisschen, z.B. ein Fächli im Schrank. Ich habe bereits unglaublich viele alte Akten geschreddert, Ordner geleert und  entsorgt. Dann erhalten meine Enkelkinder jede Woche einen dicken Brief von mir, mit Rätseln, Spielen und  einigen Süssigkeiten drin. Ich mache Dinge die ich früher weniger machte, z.B. für mich alleine zu kochen und Rezepte ausprobieren. Oder ich verbringe etwas Zeit am Computer, was ich früher nicht so mochte. Jetzt spiele ich Quiz, löse Kreuzworträtsel  oder mache Geographiespiele am Computer. Ausserdem lese ich sämtliche Bücher, die ich schon immer mal lesen wollte oder die ich nicht fertig gelesen habe,  und ab und zu scrabble ich einfach für mich. Und wenn’s mir gar zu still wird in meinen vier Wänden höre ich Musik, rede laut mit meinen Pflanzen, entschuldige mich bei der Fliege, die ich eben tot geschlagen habe!

Auf was freuen Sie sich, wenn die Bewegungsfreiheit wieder gelockert wird?
Ich freue mich aufs Tennis spielen und darauf, dass ich mit dem Velo wieder grössere Touren machen kann. Ich freue mich darauf, wieder Freunde und Familie treffen zu können. Halt alles wieder aufholen, was jetzt nicht möglich ist.

Rita Duwendag im Interview mit Isabel Niedermann


Rita Duwendag
 

Datum der Neuigkeit 21. Apr. 2020
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