http://www.wittenbach.ch/de/aktuelles/aktuellesinformationen/welcome.php?action=showinfo&info_id=858301&ls=0&sq=&kategorie_id=&date_from=&date_to=
29.10.2020 09:25:22


„Das Familienwerk zahlt sich volkswirtschaftlich mehrfach aus“

Im Frühling 2020 soll in Wittenbach mit dem „Familienwerk“ im Rahmen eines Pilotprojektes ein Familienspiel-Café entstehen. Damit entsteht für Familien mit jungen Kindern ein niederschwelliger Begegnungsort. Das Familienwerk koordiniert, vernetzt, unterstützt und informiert über die Familien- und Frühförderungsangebote in Wittenbach. Gemeinderat Beni Gautschi (Ressort Jugend / Familie / Vereine) über Umbauarbeiten, Kosten und seinem Traum vom Haus ohne Grenzen.

Das Projekt erhält immer mehr Form, was ist in den letzten Monaten gelaufen?
Es liefen diverse Abklärungen in Bezug auf das Familienwerk. Zum einen war die Heizung im alten Vogelherd ein Thema, da diese nicht genügend Leistung erbringt. Das Problem wird nun durch das Ersetzen der alten Heizkörper behoben. Gleichzeitig kam der Vorschlag auf, das Restaurant Sonnenrain als Standort zu nutzen. Zusammen mit dem Verwaltungsrat der Schwimmbadgenossenschaft Sonnenrain und dem Gemeinderat wurde diese Idee jedoch wieder verworfen. Der Container vor dem alten Vogelherd zeigt, dass die Renovationsarbeiten voll im Gange sind, damit am 25. April 2020 das Familienwerk eröffnet werden kann. Auch haben diverse Gespräche mit potentiellen Mitnutzern des Familienwerks stattgefunden. Somit ist Astrid Addison als Leiterin des Familienwerks in der Planung der effektiven Nutzung und Gestaltung der Räumlichkeiten. Sie wird an einer Infoveranstaltung im März der Öffentlichkeit das Konzept vorstellen.

Mit Umbau und Betriebskosten ist das Familienwerk nicht günstig...
Das stimmt, aufgrund der einmaligen Investitionen für den Umbau liegen die Kosten in diesem Jahr total bei knapp 97‘000 Franken. Ab dem nächsten Jahr rechnen wir mit jährlichen Kosten von CHF 53‘600. Ich bin jedoch überzeugt, dass sich jeder investierte Franken ins Familienwerk lohnt und volkswirtschaftlich mehrfach auszahlt. Untersuchungen zeigten, dass Massnahmen im Bereich der Frühen Bildung positiven Einfluss haben und in Zukunft zu tieferen Bildungs- und Gesundheitskosten führen. Mit Vermietungen der Räumlichkeiten an fixe und projektartige Mieter werden wir auch Einnahmen haben.

Inwiefern trägt der Kanton dieses Projekt mit?
Familienzentren sind ein zentrales Anliegen der kantonalen Strategie «Frühe Förderung», dabei geht es um die psychische Widerstandsfähigkeit und eine gesunde Entwicklung der Kinder. So fördert der Kanton Familienzentren aktiv – es gibt bereits 14 solcher Zentren, sieben weitere sind in Planung. In Zahlen heisst das für uns konkret, dass der Kanton in diesem Jahr das Familienwerk mit 15‘000 Franken unterstützt. Über Unterstützungsgelder für die Folgejahre muss der Kantonsrat erst noch entscheiden.

Wie sieht deine Traumvorstellung vom Familienwerk aus?
Während unserer zweijährigen Pilotphase stelle ich mir vor, wie sich Mütter, Väter oder Grosseltern mit den Kindern bzw. Grosskindern zu Kaffee und Spiel treffen und sich austauschen. Ich sehe Neuzugezogene, die für ihre Familien wichtige Informationen erhalten und erste Kontakte knüpfen. Kurz: das Familienwerk ist ein lebendiger Ort, der sich stets weiterentwickelt. In ferner Zukunft träume ich sogar von einem Gemeinschaftszentrum. Da sehe ich z.B. Senioren, die in der Kinderhüeti helfen; Familienväter, die ein gemeinsames Werken organisieren; Jugendliche, die Primarschüler bei ihren Hausaufgaben unterstützen; oder Migrantinnen, die eine Anstellung im Familienwerk finden und damit ein Arbeitszeugnis, Lohn und Wertschätzung erhalten. Ein Haus fast ohne Grenzen, wo Integration und Vernetzung aller Alters- und Gesellschaftsschichten im Vordergrund stehen.

Gemeinderat Beni Gautschi im Interview mit Isabel Niedermann


Logo Familienwerk
 

Datum der Neuigkeit 18. Feb. 2020
  zur Übersicht