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06.06.2020 12:40:51


Demenzabteilung im Kappelhof: Optimierung statt Neubau

Bereits seit knapp 10 Jahren besteht für das Alterszentrum Kappelhof die Idee eines Neubaus für eine Demenzabteilung - dem Haus 4. Nach reiflichen Überlegungen hat der Verwaltungsrat der Alterszentrum Kappelhof AG nun entschieden, das Projekt um die Erweiterung mit einem neuen Haus 4 nicht wie angedacht umzusetzen. Oliver Gröble, Verwaltungsratspräsident erklärt wieso:

Warum wird das Projekt mit dem Haus 4 nicht weiterverfolgt?
Die Kosten für den Neubau wurden bereits geklärt. Wie es mit der Wirtschaftlichkeit aussieht, also ob das Haus 4 im geplanten Rahmen auch auf längere Sicht finanziell tragbar ist – diese Informationen standen noch aus. Der externe Gutachter kam dabei zum Schluss, dass das Projekt eigenständig betrachtet grundsätzlich mit einem kostendeckenden Betrieb realisierbar wäre. Wird jedoch das Haus 4 zusammen mit den bestehenden Häusern 1-3 unter die Lupe genommen, sieht das Ergebnis anders aus. Verschiedene Faktoren würden zu einem negativen Betriebsergebnis des Kappelhofs führen. Darum rät der externe Gutachter von einem Neubau ab.

Was sind das konkret für Faktoren?
Mit einem Neubau von Haus 4 stellen sich Fragen, wie anstehende und notwendige Investitionen der bestehenden Gebäude finanziert werden könnten, damit der angestrebte Qualitätsstandard auch in Zukunft gesichert werden kann. Aufgrund der Darlehensrückzahlungen des Kappelhofs an die Gemeinde, könnten zudem keine notwendigen Rückstellungen für die Instandhaltung der Liegenschaften getätigt werden. Ausserdem ist gemäss dem Gutachten bei einem Neubau mit negativen Einflüssen auf den bestehenden Betrieb zu rechnen, z.B. durch Reduktion der Auslastung.

Das Projekt hat bereits Kosten generiert – um welchen Betrag handelt es sich?
Die Kosten für die Realisierung von Haus 4 würden sich auf ca. 16 Mio. Franken belaufen. Die bis heute generierten Planungskosten betragen rund 290‘000 Franken. Rund die Hälfte davon stammt noch aus dem Vorprojekt im Jahr 2011. Die andere Hälfte wurde in den letzten beiden Jahren für Konzepte und Planungen investiert, damit unter anderem auch eine verlässliche Kostenprognose für das Haus 4 möglich wurde. In der Gesamtbetrachtung und vertieften Auseinandersetzung mit dem Projekt – insbesondere seiner Wirtschaftlichkeit - kam der Verwaltungsrat nun zum Entscheid, von einer Umsetzung des Hauses 4 abzusehen.

Ist nun eine Demenzabteilung im Kappelhof vom Tisch?
Nein, überhaupt nicht. Die Nachfrage einer geschützten Demenzabteilung im Kappelhof ist weiterhin vorhanden und eine bedarfsgerechte Umsetzung wird weiterverfolgt. Jedoch nicht mit dem Neubauprojekt Haus 4. Das externe Gutachten zeigt, dass die bestehenden Häuser Optimierungsmöglichkeiten bieten, welches ausgeschöpft werden sollte. Wir wollen also eine Demenzabteilung durch Um- und Ausbau der Häuser 1-3 realisieren. Mit einer solchen Lösung wären die Investitionskosten massiv tiefer, die bestehende Substanz könnte gestärkt und der Kappelhof längerfristig besser finanziert werden. Eine Arbeitsgruppe wird nun diesen Ansatz weiter verfolgen.

Oliver Gröble im Gespräch mit Isabel Niedermann


Alterszentrum Kappelhof
 

Datum der Neuigkeit 10. Dez. 2019
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