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News | Veranstaltungen

„Abfallsünder sind Sauhunde“

Urs Möckli ist ein rüstiger 73 Jahre alter Rentner, der in seinem Leben schon oft was erlebt hat. Früher war er mal Abteilungsleiter bei der Migros oder führte auf den Malediven eine Tauchstation. Heute hat er sich dem Kampf gegen Littering verschrieben. Seit Februar 2019 trifft man ihn mehrmals monatlich mit seinem Velo beim Abfallsammeln an. Im Gespräch erzählt er von Sauhunden, Zigistummeln und Rückenschmerzen.

 

Wie kam es, dass Sie begonnen haben Abfall aufzulesen?

Ich habe vor drei Jahren wieder mit Velofahren angefangen, dabei fuhr ich oft auf der Strecke von Wittenbach Richtung Lömmenschwil. Unterwegs sah ich diversen Abfall am Strassenrand. Ich habe mich darüber so genervt, dass ich dachte, wenn ich ihn aufnehme, sähe es wieder besser aus und ich würde mich weniger ärgern. Leider ist das nicht so. Sammle ich zum Beispiel jetzt den Abfall zusammen und fahre zwölf Stunden später die gleiche Strecke ab, liegt wieder Abfall dort.

 

Seit Februar 2019 gehen Sie wöchentlich auf Tour und sammeln Abfall zusammen. Wie gehen Sie dabei vor?

Ich packe eine Einkaufstasche für die Dosen und Plastikflaschen und einen Gebührensack, den mir  die Gemeinde zur Verfügung stellt, auf das Velo. Dann fahre ich los, manchmal planlos, manchmal wähle ich eine bestimmte Strecke aus. Die vollen Säcke bringe ich auf den Werkhof, dokumentiere meine Sammlung und entsorge dann den Abfall. Dabei bin ich durchschnittlich etwa 2.5 Stunden unterwegs. Dann bin ich müde und habe Rückenschmerzen vom vielen Bücken.

 

Und was kommt da alles so zusammen?

Das ist unterschiedlich. Im Zentrum, wohlbemerkt nur auf den Parkplätzen der Post, habe ich mal die Hälfte eines 17-Liter Abfallsackes allein mit Zigarettenstummeln gefüllt. Der Einzelne denkt, es ist ja nur ein Zigarettenstummel, aber wenn Hunderte oder noch mehr so denken, häuft sich schnell ein Abfallberg zusammen. Einmal habe ich sogar eine vollgekackte Windel aufgelesen.

 

Was ist ihre Reaktion auf solche „Funde“ oder generell auf die Abfallsünder?

Das sind Sauhunde. Gedankenlose, egoistische, gleichgültige Menschen, die nicht viel denken, wenn es nicht um ihr eigenes Geld geht. Bei einer Abfalltour habe ich mal einen Mann beobachtet, der seinen Zigarettenstummel weggeworfen hat. Dem musste ich das auch sagen. Er hat sich dann entschuldigt und gemeint, es passiere halt reflexartig. Ich finde, wir müssten drastische Bussen für Littering einführen. Zum Beispiel 500 Fr. für einen weggeworfenen Zigistummel. Erst wenn das eigene Portemonnaie betroffen ist, werden die Leute ihren Abfall nicht mehr achtlos wegwerfen, sprich ihr Hirn einschalten.

 

Hatten Sie auch schon positive Begegnungen?

Ein Mann machte mal ein Foto von mir und meinte, es sei grossartig, was ich mache. Das Foto hat er dann irgendwo im Internet veröffentlicht. Und einmal fiel mir der Abfallsack vom Velo herunter und leerte aus. Da kam eine junge Dame und half mir den Abfall wieder zusammenzulesen. Und ich habe auch schon ein „Daumen hoch“ von Autofahrern erhalten. Solche Erlebnisse sind eine schöne Aufmunterung und Wertschätzung, leider sind sie jedoch eher selten.

 

Urs Möckli, Rentner und Abfallsammler in Wittenbach im Gespräch mit Isabel Niedermann


Urs Möckli auf seinem Fahrrad
 

Datum der Neuigkeit 24. Sept. 2019
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