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News | Veranstaltungen

Projekt Zukunft Wittenbach – Ein Blick zurück

Mit der vorliegenden Vision 2030 „Wittenbach gemeinsam – lebendig – nachhaltig“ ist das Projekt „Zukunft Wittenbach“ in der Schlussphase angekommen. Mitte Dezember 2018 galt es im Rahmen eines Reflexions- und Evaluationsworkshops das Projekt kritisch zu hinterfragen. Was hat funktioniert, was lief weniger gut? Zum Workshop trafen sich Vertreter der Projektgruppe sowie zwei Teilnehmer und eine Teilnehmerin aus dem Echo und/oder dem Forum. Die Organisation und Moderation übernahm wiederum die FHS St. Gallen. Die Evaluation zeigte zusammenfassend folgende Beurteilung des Projekts „Zukunft Wittenbach“:

Positive Aspekte:

  • Informationen rund um das Projekt standen für alle zur Verfügung

  • Rahmenbedingungen, Vorgehen, die nächsten Projektschritte und Ergebnisse wurden regelmässig klar kommuniziert

  • Strukturiertes und methodisches Vorgehen durch die externe und professionelle Begleitung der Vertreter der FHS St. Gallen

  • Gegenseitiger Respekt in den Diskussionen

  • Finanzielle Unterstützung durch Bundesgelder

  • Projekt regt Diskussionskultur und Austausch an, was die Gesprächsoffenheit und Dialogbereitschaft fördert

  • Prozess hat Bewusstsein geschaffen, dass Mitwirkung möglich ist


Kritische Aspekte:

  • Bevölkerung konnte zu wenig zum Mitmachen motiviert werden

  • Am Forum beteiligten sich insbesondere jene, die auch sonst schon engagiert sind

  • Mit dem Projekt besteht die Gefahr, dass Erwartungen geweckt werden, die jedoch nicht erfüllt werden können

  • Partizipation bringt Arbeit und Verantwortung mit sich – das kann abschrecken

  • Wenig Diskussion/Antworten im Blog, geringes inhaltliches Feedback

  • Auch mit einem Partizipationsprozess bleiben Kritiker und Resignierte

Der Mitwirkungsprozess wurde von allen Seiten grundsätzlich als spannend und bereichernd empfunden. Die Stimmen aus der Bevölkerung zeigen, dass die Wahrnehmung über Wittenbach differenzierter geworden ist. Gemäss der Evaluation ist durch den Prozess deutlich geworden, dass die Gemeinde für Mitwirkungsverfahren offen ist und die Möglichkeit, sich einzubringen, besteht. Die in der Vision 2030 definierten strategischen Leitsätze dienen nun als Arbeitsgrundlage für die Umsetzung von Massnahmen in dieser und den folgenden Legislaturperioden. Dabei ist sich die Projektgruppe bewusst, dass es Anspruchsgruppen gibt, die mitreden möchten und in einer angemessenen Form eingebunden werden sollen. „Mit diesem Projekt konnten wir den Weg für weitere partizipative Prozesse ebnen.“ sagt Stefan Bacher, Gemeinderat und Mitglied der Projektgruppe, und ergänzt: „Für jedes Projekt müssen wir abklären, inwiefern und in welcher Form Partizipation Sinn macht. Dabei muss für die Bevölkerung wie auch für die Behörden einen Mehrwert gegeben sein.“ Generell dürfte wichtig sein, der Bevölkerung im Vorhinein deutlicher zu machen, dass eine Teilnahme am Prozess nicht mit der Lieferung von Lösungsansätzen verbunden ist, sondern dass das besondere Interesse darin besteht, die Bedürfnisse und Wünsche der Einwohnerinnen und Einwohner einzuholen.

Die Vision 2030 „Wittenbach gemeinsam – lebendig – nachhaltig“ kann hier heruntergeladen werden.

 

Der Rückblick aus Sicht der FHS St. Gallen – die externe Projektbegleitung

Am Forum Wittenbach sprach uns in der Kaffeepause eine ältere Frau an. Sie habe bisher in öffentlichen Diskussionen nicht viel gesagt, das sei meist die Rolle ihres Mannes gewesen. Die Aufforderung der externen Prozessbegleitung, dass alle Beteiligten an den Tischen eine bestimmte Redezeit zur Verfügung hätten, habe sie jedoch motiviert, ihre Gedanken zur Zukunft Wittenbachs mitzuteilen. Ungewohnt sei das gewesen, aber es hätte sich auch gut angefühlt, meinte sie. Diese Begegnung bringt auf den Punkt, was das Projekt "Zukunft Wittenbach" ausmacht: Mitwirkungsprozesse, die auf einer offenen Grundhaltung der Gemeinde basieren, stimulieren alle Beteiligte. Sie fordern aber auch alle Beteiligten heraus: Öffentliche politische und gesellschaftliche Äusserungen brauchen Mut und darum ein vorhandenes Vertrauensverhältnis zwischen Behörden und teilnehmender Bevölkerung. Ein solches Vertrauensverhältnis kann nur aufgebaut werden, wenn auf Seiten der Behörden proaktiv und umfassend informiert und kommuniziert wird – was in Wittenbach mit mehreren medialen Kanälen gut funktioniert hat. Trotz guter Kommunikation und strukturiertem Vorgehen war die Mobilisierung der Bevölkerung zur Mitwirkung nicht einfach. Ob für eine grössere Zahl an Mitwirkenden am Forum Wittenbach bei einigen der Mut zum Mitmachen fehlte, ob die Meinungsäusserung in der Einwohnerzufriedenheitsanalyse für andere bereits genug Mitwirkung darstellte, ob die samstäglichen Routinen wichtiger oder die wahrgenommenen Herausforderungen Wittenbachs als zu klein waren – darüber lässt sich lediglich spekulieren. Wichtigstes Resultat – neben den eben erwähnten positiven Mitwirkungserlebnissen – ist die erarbeitete Vision Wittenbach 2030 und die darin festgehaltenen strategischen Leitsätze. Einer der Leitsätze aus dem Themenfeld "Nachhaltigkeit" spricht eine für die zukunftstaugliche Gemeindeentwicklung besonders relevante Herausforderung an: Kommunale Aufgaben sollen wann immer möglich vernetzt gelöst werden und ressortübergreifende Lösungen sind sektoriellen vorzuziehen. Einige Rückmeldungen zeigen, dass weiterhin eine gewisse Skepsis gegenüber der Wirkung des Prozesses und dem weiteren Vorgehen herrscht. Dieser Skepsis kann mit einer weiterhin proaktiven Kommunikation begegnet werden.

Lineo Devecchi, Ostschweizer Zentrum für Gemeinden, FHS St. Gallen

 



Datum der Neuigkeit 5. Feb. 2019
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