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20.06.2018 15:37:40


Überarbeitung der Schutzverordnung

Erstellung des Ortsbildinventars
Die heute gültige Schutzverordnung ist bereits über 30 Jahre alt und muss überarbeitet werden. Dazu wird als erste Vorarbeit das Ortsbildinventar erstellt und vom Gemeinderat erlassen. Das Ortsbildinventar ist eine Auflistung von 76 Objekten, die in Zusammenarbeit mit einer externen Fachperson ausgewählt und beurteilt werden. Dabei kommen Kriterien wie baulicher Zustand, Geschichte oder Stellenwert in Orts- und Landschaftsbild zum Tragen. Zudem erfolgt eine Einteilung der Liegenschaften in schützenswert, erhaltenswert oder ohne Einstufung. Schliesslich äussert sich auch die kantonale Denkmalpflege und entscheidet, ob ein Objekt von kantonaler Bedeutung ist oder nicht. Gemäss Bausekretär Joachim Schrade ist diese Abgrenzung entscheidend, denn bei allfälligen Bauvorhaben des Eigentümers sind dadurch die Zuständigkeiten geklärt: „Die Gemeinde respektive der Kanton haben ein Mitspracherecht bei baulichen Massnahmen an einem schützenswerten Objekt, übernehmen bei einer fachgemässen Ausführung der Arbeiten jedoch auch einen Teil der denkmalpflegerischen Mehrkosten.“

Nach Absprache mit dem Eigentümer werden grundsätzlich jene Objekte in die Schutzverordnung aufgenommen, die im Ortsbildinventar als „schützenswert“ eingestuft wurden. Auch für Bäume, Baumreihen und Hecken gibt es eine Inventarliste, aus der bedeutende Naturobjekte in die Schutzverordnung aufgenommen werden. In der Schutzverordnung sind schliesslich die Rahmenbedingungen definiert, wie die Natur- und Kulturobjekte zu schützen und zu erhalten sind. Mit der Überarbeitung wird die Schutzverordnung im Weiteren an das neue Planungs- und Baugesetz (seit 1. Oktober 2017 in Kraft) angepasst und damit inhaltlich und sprachlich auf den neusten Stand gebracht.

Wohnen in einem schützenswerten Objekt
Die Liegenschaft Hurliberg 538 ist ein Beispiel für ein Objekt, das in der Schutzverordnung enthalten ist. Das eindrucksvolle Haus wurde 1476 gebaut und im Laufe der Jahrhunderte drei Mal erweitert. 1688 diente es als Gasthaus "Zu den 3 Eidgenossen" an der Alten Konstanzerstrasse, später für einige Zeit auch als Residenz vom Dekan Johannes Pfister. Heute wohnen darin Werner und Marlies Moser, die das Haus 2009/2010 renoviert haben. „Anfangs war es eine Herausforderung unsere Bedürfnisse, die Vorschläge des Architekten und die Anliegen des Denkmalpflegers unter einen Hut zu bringen.“ erinnert sich Werner Moser. Dank der konstruktiven Zusammenarbeit aller Beteiligten hätten jedoch stets Lösungen gefunden werden können. So lässt sich das Resultat heute sehen. Das stattliche Haus erstrahlt in seiner Geschichte und bietet gleichzeitig modernen Wohnkomfort.
Hurliberg
 

Datum der Neuigkeit 18. Okt. 2017
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