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News | Veranstaltungen

Mathe unter freiem Himmel

Der Unterricht im Freien ist eine neue Entwicklung im Schulbereich. Verschiedene Lerninhalte aus dem Lehrplan werden statt im Schulzimmer draussen gelehrt und gelernt. Auch Lehrpersonen in der Primarschule Wittenbach haben bereits Erfahrung mit dieser Form des Unterrichts gemacht.

Die Lehrperson steht vorne im Schulzimmer an der Tafel und erklärt den Schüler*innen im Frontalunterricht den Lernstoff. Dieses Bild vom Unterricht in der Primarschule entspricht auf verschiedenen Ebenen nicht mehr der Realität. Heute soll die Schule ein Ort für lebendiges, entdeckendes und partnerschaftliches Lernen sein, bei dem die Schüler*innen Lerninhalte auf verschiedene Art und Weisen erfahren.

Draussen unterrichten

Dabei ist der Unterricht auch nicht mehr auf die vier Wände im Schulzimmer begrenzt. Eine neue Entwicklung geht in Richtung „Draussen unterrichten“. Diverse Themen des Lehrplans können in der Primarschule über alle Stufen hinweg draussen gelehrt und gelernt werden. In der Primarschule Wittenbach haben gemäss dem Rektor, José Lorca, einige Lehrpersonen aus eigener Motivation bereits erste Unterrichtssequenzen draussen umgesetzt und brachten das Thema „Draussen unterrichten“ auf die Leitungsebene der Primarschule. „Wir finden diese Idee toll und unterstützen diese Entwicklung“, so José Lorca, „für interessierte Lehrpersonen haben wir deshalb auf freiwilliger Basis bereits zwei Veranstaltungen organisiert.“ Die Resonanz bei den Lehrpersonen war so gross, dass im Frühling bereits die dritte Veranstaltung stattfinden kann.

 

Der Hitze entfliehen

Nina Sonderegger und Claudia Hutterli unterrichten zusammen die 3. Klasse im Schulhaus Steig. Die zwei Lehrerinnen gehören zu jenen, die bereits Lerninhalte im Freien umgesetzt haben. Die Idee dazu ist quasi aus der Not entstanden, um der Hitze zu entfliehen, wie Nina Sonderegger berichtet: „Im Sommer heizt sich unser Schulzimmer extrem auf, daher haben wir uns das Ziel gesetzt, mit den Kindern mehr nach draussen zu gehen und den Unterricht auf den Pausenplatz zu verlagern.“ Für den Unterricht unter freiem Himmel bieten sich verschiedene Fächer an. Die vorhandene Infrastruktur auf dem Schulhausareal wie Spielplatz, Fussballrasen, Teich, Schulgarten, Brunnen oder Teerplatz unterstützt dabei diese Form des entdeckenden Lernens.

Messen, Malen, Nomen lernen

So führten Nina Sonderegger und Claudia Hutterli diverse Lektionen auf dem Pausenplatz durch. „In Mathe haben die Kinder zum Beispiel beim Thema „Längen messen“ alles Mögliche vermessen: der Umfang eines Baumstammes, die Tiefe des Brunnens, die Länge eines Bänklis.“, erzählt Nina Sonderegger. Im Fach Deutsch suchten die Kinder auf den Schulhausplatz nach Nomen wie beispielsweise der Abfalleimer, der Ast, der Käfer und auch im Zeichnen fanden gemäss der Lehrerin Lektionen im Freien statt: „Wir machten Seifenblasen und analysierten die verschiedenen Farben, die durch das Brechen des Lichtes entstehen. Anschliessend kreierte jedes Kind mit Neocolor sein eigenes Seifenblasen-Kunstwerk - an einem schattigen Plätzchen auf dem Schulareal.“

 

Flexibilität ist gefragt

Nina Sonderegger schätzt diese Art des Unterrichtens, auch wenn von ihr teilweise mehr Spontanität und Kreativität gefordert ist. „Es gibt Situationen, in der wir flexibel reagieren und rasch nach Lösungen suchen müssen, zum Beispiel wenn Material vom Wind verweht wird, die Lektion nicht wie geplant draussen stattfinden kann oder die Klasse durch etwas abgelenkt wird.“ Sie musste sich auch an Arbeitsblätter gewöhnen, die durch den Unterricht draussen zerknitterten oder schmutzig wurden. „Das ist aber nebensächlich, denn der Fokus bei dieser Art des Unterrichts liegt nicht in schönen Arbeitsblättern.“

Positive Wirkungen

Gemäss der Stiftung Silviva, die das Unterrichten im Freien mit einer entsprechenden Plattform für Lehrpersonen unterstützt, habe draussen unterrichten vielfältige positive Wirkungen. Draussen lernen sei unter anderem gesundheitsfördernd, helfe bei der Stressbewältigung, stärke das Selbstvertrauen, bringt die Kinder mit ihrer Umwelt in Kontakt und fördere Kompetenzen wie Kreativität oder kritisches Denken. José Lorca freut sich, dass diese Form des Unterrichtens auch in Wittenbach angekommen ist. „Ich bin gespannt, wie sich das Thema bei uns weiterentwickelt und wir möchten unsere Lehrpersonen dabei unterstützen.“

Isabel Niedermann



Datum der Neuigkeit 25. Jan. 2022
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