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11.08.2022 14:44:36


Die Einheitsgemeinde hat die Probezeit bestanden

Im November 2019 sagten die Bürger*innen „Ja“ zur kleinen Einheitsgemeinde. Nun ist die einstige Primarschulgemeinde bereits seit einem Jahr in der Politischen Gemeinde integriert. Gemeindepräsident Oliver Gröble und Schulpräsident Thomas Meister schauen gemeinsam auf das erste Jahr kleinen Einheitsgemeinde zurück:

Wie habt ihr das erste Jahr Einheitsgemeinde erlebt?
Oliver Gröble: Ich konnte bis anhin sehr positive Erfahrungen mit der Umsetzung der kleinen Einheitsgemeinde machen. Dank der umfassenden Planung und Vorarbeit lief der Eingliederungsprozess äusserst reibungslos. Verschiedene Themen der Primarschule wurden Dank der neuen Ressortaufteilung gut in die Gemeindeverwaltung integriert. Je nach Aufgabe, z.B. Schulqualität oder schulische Bauten ist das Ressort „Schule“ oder „Liegenschaften/Sportstätten“ zuständig. Die Bereiche der Primarschule werden dabei nicht isoliert betrachtet, sondern sind somit auf verschiedenen Ebenen in der Gemeindeverwaltung verankert. Das halte ich für eine fortschrittliche und zukunftsorientierte Lösung, die themenübergreifendes Denken fördert.

Thomas Meister: Ich freue mich, wie das gegenseitige Verständnis von Schule und Gemeinde gewachsen ist. Der Gemeinderat sieht jetzt mehr dahinter, was für eine gute Schule nötig und sinnvoll ist. Wir mussten uns im vergangenen Jahr an die neuen Abläufe und neuen Prozesse herantasten und schauen, wie und ob sie funktionieren - das hat sich gut eingestellt. Für mich war es stets ein grosses Anliegen, dass sich die Lehrpersonen auf ihr Tagesgeschäft - nämlich das Unterrichten - konzentrieren können und von den Veränderung auf der strategischen Ebene wenig zu spüren bekommen. Das ist uns sehr gut gelungen.

Was waren in diesem ersten Jahr die grossen Herausforderungen?
Thomas Meister: Zu Beginn galt es Aufklärungsarbeit zu betreiben und den Beteiligten aufzuzeigen, dass die Strukturen und die Abläufe in einer Schule anders funktionieren als in einer Gemeindeverwaltung. Somit war das Zurechtfinden in der neuen Organisationsstruktur wohl die grösste Herausforderung. Wer ist jetzt für was zuständig? Greifen die Prozesse? Wie trennen wir die operative und strategische Arbeit? Als Schulratspräsident war ich oft auch in der operativen Ebenen integriert. Das ist Dank dem tollen Führungsteam von Rektorat, Schulleitungen und Schulverwaltung nicht mehr der Fall.

Oliver Gröble: Das kann ich bestätigen, die Schule funktioniert anders als die Gemeindeverwaltung, so gelten beispielsweise mit dem Volksschulgesetz andere Rahmenbedingungen. Wir mussten uns erst auf verschiedenen Ebenen mit diesen Themen vertraut machen, uns kennenlernen und gegenseitiges Verständnis schaffen. Wir haben quasi zwei Kulturen zusammengefügt und wollen daraus eine gemeinsame Kultur schaffen. Das ist nicht zu unterschätzen und braucht seine Zeit, bis die neue Kultur auch in den Köpfen der Mitarbeitenden verankert ist.

Ist dieses Ziel erreicht oder wo besteht noch Verbesserungspotenzial?
Oliver Gröble: Auf der operativen Ebene kann diese Einheit, die mir vorschwebt, sicherlich noch mehr gelebt werden. Da kam uns auch das Coronavirus in die Quere, denn entsprechende Anlässe für das Personal konnten nur teilweise durchgeführt werden. Da ist also durchaus noch Potenzial vorhanden. Die Schulverwaltung zieht voraussichtlich Mitte Jahr in das Gemeindehaus und damit rücken zumindest örtlich gesehen noch mehr zusammen.

Thomas Meister: Wir haben die bestehenden Schulstrukturen gut in die Gemeindeordnung integrieren können. Nun zeigt sich im Detail, wo noch kleinere Anpassungen nötig sind. Verbessern kann man sich immer. Wir dürfen uns nicht auf dem Erreichten ausruhen, sondern müssen weiter aufmerksam zuhören, Abläufe objektiv hinterfragen und offen sein für Neues, was in Zukunft kommt.



Datum der Neuigkeit 18. Jan. 2022
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