http://www.wittenbach.ch/de/aktuelles/aktuellesinformationen/welcome.php?action=showinfo&info_id=1446775
03.10.2022 09:15:57


Ortsplanung geht in die nächste Runde

Die Gemeinden im Kanton St.Gallen sind verpflichtet, ihre Ortsplanungen zu aktualisieren und bis spätestens 2027 umzusetzen. Dabei gilt der Grundsatz: «Innenentwicklung vor Aussenentwicklung».

Mehr als je zuvor ist Siedlungsplanung heute strategische Gemeindeentwicklungspolitik. Denn die hochwertige Siedlungsentwicklung nach innen ist nicht einfach eine weitere Bau- und Planungsaufgabe, die sich an Fachleute delegieren lässt. Sie ist eine wichtige und vertrauensvolle Aufgabe mit langfristigen Zielen und weitreichender Auswirkung.

Unterschied Ortsplanung im Vergleich zu früher
Seit der Einführung des Raumplanungsgesetzes haben sich die Anforderungen an die Raumplanung verändert. Die Raumplanung soll heute nicht mehr primär eine geordnete Siedlungserweiterung «auf der grünen Wiese» ermöglichen, sondern eine qualitätsvolle Siedlungsentwicklung nach innen fördern. Die Siedlungsentwicklung nach innen bringt aber neue Herausforderungen gegenüber der früheren Ortsplanung mit sich. Es besteht die Schwierigkeit, dass immer mehr Leute einen begrenzten Wohn- und Arbeitsraum besiedeln und dass insbesondere bei eingezonten Gebieten bereits durch deren Einzonung Rahmenbedingungen und Ansprüche seitens der Grundeigentümerschaft bestehen, auf die Rücksicht zu nehmen ist – wie auch auf bestehende Bauten.

Bevölkerungswachstum ist kein Ziel, sondern eine Herausforderung, der wir uns stellen müssen. Es handelt sich um eine anspruchsvolle Verbundaufgabe, sich darauf vorzubereiten, damit dieses Wachstum, sofern es eintrifft, nachhaltig und raumverträglich aufgenommen werden kann. Dies zwingt uns alle, noch besser zu planen, uns noch stärker auf die Qualitäten unserer Gemeinden zu besinnen und neue Wege zu suchen. Die hochwertige, massgeschneiderte Siedlungsentwicklung nach innen hat immer zwei Dimensionen: eine quantitative und eine qualitative. Sie hat das Potenzial, Identität zu stärken, gesellschaftlichen Mehrnutzen und Lebensqualität zu schaffen. Das erfordert eine gemeinsame Anstrengung aller Beteiligten.

Den Entwicklungsprozess gestalten, den Dialog suchen
Die hochwertige Siedlungsentwicklung nach innen ist ein Prozess, eine Daueraufgabe und lässt sich nicht wie ein Projekt erledigen. Sie muss deshalb prozesshaft und vorausschauend ausgestaltet sowie verantwortungsvoll geführt werden. Interessengruppen werden dabei zu Beteiligten. Die hochwertige Siedlungsentwicklung nach innen baut auf vorhandenen Stärken auf. Sie bietet Chancen, birgt jedoch auch Risiken. Die Herausforderungen gilt es zu erkennen, anzunehmen sowie transparent zu kommunizieren und zu diskutieren. Gemeinsam mit den Betroffenen entwickelte Lösungsansätze erhöhen die Akzeptanz für eine nach innen gerichtete Entwicklung.

Neue Formen der Zusammenarbeit (Verbundaufgabe)
Der Weg zur hochwertigen Siedlungsentwicklung nach innen basiert auf einem partnerschaftlich geführten Dialog auf Augenhöhe zwischen Kanton, Regionen und Gemeinden. Statt wie bisher erst am Ende des Prozesses soll der Dialog frühzeitiger beginnen. Das ist eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Partizipation. Ziel muss sein, für massgeschneiderte, lokale Lösungen breite Akzeptanz zu erlangen und Rechtssicherheit zu schaffen. “Governance” ersetzt “Government”, gemeinsame Gestaltung ersetzt Verwaltung. Das neue Rollenverständnis ersetzt rechtliche Verfahren nicht, sondern ergänzt und unterstützt sie.


Gemeinde Wittenbach
 

Datum der Neuigkeit 11. Jan. 2022
  zur Übersicht