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15.10.2021 22:37:29


Pflanzen, die nicht hier sein sollten

Pflanzen aus fernen Gebieten wie beispielsweise Amerika oder Asien wurden einst nach Europa eingebracht. Dabei wurden sie bewusst eingeführt oder versehentlich eingeschleppt. 500-600 Pflanzenarten in der Schweiz sind eigentlich nicht heimisch hier. Knapp 60 davon gelten als invasiv und sind somit problematisch. Patrik Angehrn, Pflanzenschutzbeauftragter der Gemeinde Wittenbach über das unerwünschte Drüsige Springkraut und Co:

Warum können fremdländische Pflanzen zum Problem werden?
Die meisten nicht einheimischen Pflanzenarten verschwinden wieder oder integrieren sich problemlos und bereichern die heimische Flora. Dann gibt es jedoch jene, die hartnäckiger sind, sich massiv und unkontrolliert ausbreiten und damit einheimisch Pflanzen verdrängen - die sogenannten invasiven Neophyten. Solche Problempflanzen können beispielsweise Lebensräume von Tieren beeinträchtigen, einige sind gefährlich für die Gesundheit von Menschen oder Tiere, andere verändern das Landschaftsbild, sorgen für Ertragsausfälle in Land- und Forstwirtschaft oder beschädigen Gewässerufer oder Bahn- und Strassenböschungen.

Wie hat sich Wittenbach dem Thema angenommen?
Die Gemeinde hat die Obvita beauftragt regelmässig ausserhalb des Siedlungsgebietes an Bächen und Wäldern Problempflanzen zu bekämpfen. Das sind bei uns vor allem der Japanische Staudenknöterich und das Drüsige Sprinkraut. Die Obvita macht diese Arbeit nun bereits seit etwa fünf Jahren und kennen inzwischen Orte, an denen solche Pflanzen wuchern. Es kann aber auch sein, dass wir von der Bevölkerung Hinweise über grössere Bestände erhalten. Diesen Meldungen gehen wir nach. Je nach Art der Pflanze sieht dann die Bekämpfung anders aus. Die einen Pflanzen können gemäht und via Grünabfall entsorgt werden, andere müssen wir ausgegraben und der Kehrichtverbrennung zuführen.

Das klingt nach einem Kampf gegen Windmühlen...
Es wäre eine Illusion zu denken, dass wir die Problempflanzen ausrotten können. Unser Ziel ist, die weitere Verbreitung zu verhindern, damit die einheimischen Pflanzen nicht weiter verdrängt werden. Das heisst die Bestände, die wir kennen, reduzieren wir durch die regelmässige Bekämpfung. Der Kanton verlangt auf Ende Jahr jeweils ein Monitoring. Wir erfassen die bekannten Bestände im Gemeindegebiet auf dem Geoportal und können somit sehen wie sich diese verändern. Aber es wäre auch schön, wenn im Kleinen etwas passieren würde.

Das heisst?
Die Arbeit der Obvita ist das Eine. Mir geht es aber auch darum, dass Gartenbesitzer*innen sich der Problematik bewusst sind. Es wäre schön, wenn diese in ihren Gärten die Neophyten erkennen und dann durch einheimische Sträucher ersetzen würden. Auch wenn diese Problempflanzen teilweise schön aussehen, es gibt Alternativen von einheimischen Pflanzenarten, die stattdessen den Garten aufwerten können.

Patrik Angehrn im Interview mit Isabel Niedermann

Serie Problempflanzen
In den folgenden Wochen werden einige dieser Problempflanzen kurz vorgestellt, die Problematik und deren Bekämpfung aufgezeigt sowie einheimische Alternativen vorgestellt. Umfassende Informationen zu den Problempflanzen (Neophyten) gibt es beim Kantonalen Amt für Natur, Jagd und Fischerei www.anjf.sg.ch

 


Patrik Angehrn
 

Dokument Neophyten_Serie_Drusiges_Springkraut.pdf (pdf, 373.1 kB)


Datum der Neuigkeit 25. Mai 2021
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