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16.10.2021 04:23:32


Wohin geht die Reise der Gemeinde Wittenbach?

Wie soll sich die Gemeinde Wittenbach bis ins Jahr 2035 entwickeln? Welche Wohnräume gibt es, wie sind die Quartiere miteinander verbunden, wie wird die Lebensqualität erhöht, welche Arbeitsräume sollen geschaffen werden, wie gestalten sich die Grünflächen etc. Auf solche Frage soll das Gemeindeentwicklungskonzept Antwort geben.

Wittenbach heute
Die Gemeinde hat sich in den letzten Jahrzehnten von einer Dorfgemeinde zu einer ländlich und städtische geprägten Vorortsgemeinde mit knapp 10‘000 Einwohner*innen gewandelt. Die Entwicklung zu einer Agglomerationsgemeinde bringt Vor- wie auch Nachteile mit sich, erklärt Gemeindepräsident Oliver Gröble: „Typische Merkmale von Agglomerationsgemeinden sind günstiger Wohnraum, Verkehrsprobleme, soziale Lasten und die damit verbundene tiefe Steuerkraft.“ Auch Wittenbach hat in den letzten Jahren an Steuerkraft eingebüsst. Im Ranking der 77 St. Galler Gemeinden liegt Wittenbach auf Rang 55. „Wenn wir so weiter machen, bekommen wir mittel- und langfristig Probleme. Wir müssen jetzt daran arbeiten, dass wir den Turnaround schaffen und unsere Defizite in Zukunft beheben können“ so Oliver Gröble weiter. Und dazu muss ein Plan her: Und zwar das Gemeindeentwicklungskonzept.

Wittenbach morgen
Wittenbach soll sich zu einer Gemeinde entwickeln, die sich von der Stadt St. Gallen abgrenzt. „Ich stelle mir vor, dass Wittenbach das urbanem Lebensgefühl in gleichem Masse abdeckt, wie das ländliche Flair und wir dabei gleichzeitig die qualitativen Anforderungen und Bedürfnisse der Bevölkerung erfüllen.“ sagt der Gemeindepräsident weiter über das Wittenbach der Zukunft. „Schlussendlich sollen sich die Einwohner*innen mit Wittenbach identifizieren und sich in der Gemeinde wohlfühlen.“

PBG als Auslöser
Der Anstoss für diesen Prozess gab das neue kantonale Planungs- und Baugesetz (PBG). Diese verlangt, dass die Gemeinden bis 2027 den kommunalen Richtplan, den Zonenplan und das Baureglement revidieren und auf das PBG abstimmen. Das Gemeindeentwicklungskonzept ist jedoch mehr als eine reine raumplanerische Übung. Mit Themen wie Bodenpolitik, Wohnstrategien, Finanzpolitik etc. geht es darum Standortentwicklung zu machen und dies dient gemäss Gröble wiederum als Grundlage für die Ortsplanung: „Um die Anpassungen an das PGB anzugehen, ist es sinnvoll eine übergeordnete Strategie zu haben, die zeigt, wohin die Reise von Wittenbach gehen soll.“

Schwerpunktthemen
Die Erarbeitung des Gemeindeentwicklungskonzeptes ist ein intensiver Prozess, der im letzten Herbst gestartet hat. Das Unternehmen KEEFAS Raumkonzepte begleitet das Projekt und hat nach einer Beurteilung der Gemeinde folgende sechs Schwerpunktthemen definiert:

Diese übergeordneten Themen gilt es für das Gemeindeentwicklungskonzept zu bearbeiten, konkretisieren und entsprechende Strategien zu formulieren. Dabei werden die Themen nicht einzeln betrachtet sondern im Gesamtkontext beurteilt. „Und das ist die Stärke diese Prozesses“ so Oliver Gröble.

Beteiligung
Ein zentraler Aspekt des Gemeindeentwicklungskonzepts ist die Mitwirkung. Diese findet gemäss Oliver Gröble auf verschiedenen Ebenen statt: „Es ist nicht die Idee, dass wir die Vertiefung der Schwerpunktthemen alleine an unserem Schreibtisch vornehmen. Vielmehr geht es darum, verschiedene Anspruchsgruppen ins Boot zu holen und somit verschiedene Bedürfnisse aufzunehmen.“ Die Anliegen und Vorstellungen des Gewerbes wurden bereits mittels Umfrage und Gesprächen mit Branchenvertretern abgeholt. Weitere Gespräche fanden mit Grossgrundeigentümern wie der SOB oder der St. Galler Ortsbürgergemeinde statt, die auf ihrem Boden Entwicklungsabsichten haben. Das kommen gemäss Oliver Gröble relevante Informationen zusammen: „Wir müssen die Standpunkte dieser Partner zu Beginn des Prozesses kennen und können dann fortlaufend weitere Anspruchsgruppen involvieren“ so Oliver Gröble. Der nächste Prozessschritt steht bereits an: In einem gemischten Workshop diskutieren rund 50 Vertreter*innen von Vereinen, Grundeigentümern, Wirtschaft, Parteien, öffentlichen Institutionen etc. die Schwerpunktthemen. Die Ergebnisse daraus werden anschliessend öffentlich präsentiert, womit auch der der Dialog mit der breiten Bevölkerung startet. Die Einwohner*innen können sich dabei auch über ein E-Mitwirkungstool zu den Schwerpunktthemen äussern. „Ich bin überzeugt, dass wir aufgrund der verschiedenen Prozessschritte ein breit abgestütztes Gesamtbild erarbeiten können“ so Oliver Gröble abschliessend.


Wittenbach
 

Datum der Neuigkeit 18. Mai 2021
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