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21.10.2021 23:38:45


„Wiesen sind keine Hundeplätze“

Für Hunde ist es Freude pur über saftige Wiesen zu rennen, sich zu wälzen und herumzutollen und ihr Geschäft zu erledigen. Doch des einen Freud, ist des anderen Leid. Landwirte mögen es nicht, wenn ihre Wiesen zu Hundespielplätzen umfunktioniert werden. Warum das so ist, erklären Erika und Hansjörg Mannale vom Bauernhof Kappelhof.

Herr und Frau Mannale, um was geht es Ihnen?
Es ist seit mehr als 20 Jahren ein Dauerproblem. Es geht um Hundekot und die RobiDog Säckchen auf unseren landwirtschaftlichen Nutzflächen. Nicht nur, dass in den letzten zwei Jahrzehnten unsere Bevölkerung stetig gewachsen ist, mit ihr wuchs auch die Zahl der Familien und deren Haushunde. Dazu gib es immer weniger Auslaufflächen für die Haustiere. Da trifft es dann uns Landwirte und unsere Felder in der Nähe der Wohngebiete am stärksten. Durch das „Wälzen“ und „Graben“ werden die Grashalme irreparabel geknickt und sind dann als Frischfutter unbrauchbar.

Welche Folgen hat der Hundekot auf den Weiden für Ihren Betrieb und die Gesundheit Ihrer Tiere?
Bei geschnittenem Frischgras ist es am schlimmsten, da reicht schon ein wenig Hundekot, um bis zu einem Kubikmeter Futter für die Tiere ungeniessbar und sogar gesundheitsgefährdend zu machen. Das Problem ist, dass Hundekotpartikel im Futter bei Kühen schwere Krankheiten auslösen können. Bei schwangeren Tieren kann es auch zu Früh- und Totgeburten kommen. Dazu kommt, dass seit Einführung der Robidogs auch immer mehr winzige Schnipsel der Plastiksäckchen im Futter auftauchen. Dieses Mikroplastik ist auf Dauer sogar noch ein grösseres Problem als nur der Hundekot.

Wie reagieren die Hundebesitzer, die von Ihnen „ertappt“ werden?
Die meisten wissen gar nicht, was man da unabsichtlich anrichtet und haben viel Verständnis für unser Problem. Es geht ja auch nicht um den einen Hund, aber 20 bis 30 solcher Vorfälle am Tag verursachen auf Dauer einen nicht mehr hinnehmbaren Schaden.

Was für einen Appell richten Sie an die Hundehalter?
Landwirtschaftliche Nutzflächen sind nun mal keine Parks. Gerade in der Vegetationszeit ist es natürlich schön, durch eine Wiese zu rennen und wir verstehen und tolerieren auch die Bedürfnisse der Hunde und ihrer Besitzer*innen. Im Umkehrschluss möchten wir die Hundehalter*innen darum bitten, in Zukunft ein bisschen aufmerksamer zu sein und wirklich alles mitzunehmen, was nicht auf unsere Wiesen gehört. Damit wäre uns Landwirten schon viel geholfen.

Erika und Hansjörg Mannale im Interview mit Marc Ferber


Landwirtepaar Mannale
 

Datum der Neuigkeit 27. Apr. 2021
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