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16.10.2021 04:39:44


„Eltern sollen den Mut haben, Kontakt aufzunehmen“

In dem freundlichen, grossen und hellen Zimmer E10 im Erdgeschoss des Gemeindehauses kommt wieder Bewegung rein. Anfangs Februar ist der Sozialberater, Martin Koster eingezogen und bietet dort Erziehungs- und Jugendberatungen an. Aufgrund einer Vakanz ist es während mehr als einem Jahr in dem Beratungszimmer ruhig geworden. Nun begleitet, berät und unterstützt Martin Koster Eltern und Jugendliche in ihren Fragen und Herausforderungen.

Unter Erziehungs- und Jugendberatung können sich die meisten etwas vorstellen, wo liegt der Fokus dieser Beratungsstelle?
Das Konzept ist zwar noch nicht vollständig erarbeitet, aber ich konzentriere mich insbesondere auf drei Anspruchsgruppen: Das sind zum einen Eltern von Kindern ab dem Kindergartenalter, dann begleite ich Jugendliche und junge Erwachsene und im dritten Bereich geht es um die Unterstützung von Lehrbetrieben, die Jugendliche mit Wohnsitz in Wittenbach ausbilden. Dass sich die Erziehungs- und Jugendberatung auch den Lehrbetrieben als Ansprechpartner zur Verfügung stellt, ist neu und dieses Angebot ist entsprechend noch in der Aufbauphase. Bei der Begleitung von Eltern oder auch von Jugendlichen bin ich jedoch ready. Da laufen die Beratungsgespräche bereits.

Mit welchen Themen können Eltern zu dir kommen?
Das können alle möglichen Themen sein: Freizeitgestaltung, Erziehungsfragen, Verhaltensauffälligkeiten in der Schule, Streit zu Hause, Alltagsbewältigung etc. Da kann zum Beispiel ein Vater mit der Frage kommen, wie er den Kontakt zu seiner Tochter gestalten kann, weil ihre Noten in der Schule schlechter werden und sie oft am Handy sitzt. Oder eine Mutter möchte wissen, wie sie mit dem Sohn in Bezug auf das Einhalten von Abmachungen umgehen soll. Ich biete aber auch meine Unterstützung bei einem belastenden Lebensereignis an, wie zum Beispiel Scheidung oder ein Todesfall. Kinder können teils sehr heftig nach solchen Erlebnissen reagieren und Eltern damit stark fordern.

Man ist also keine schlechte Mutter und kein schlechter Vater, wenn man zu dir kommt?
Natürlich nicht. Eltern wollen ja grundsätzlich nur das Beste für ihre Kinder. Das heisst aber nicht, dass alles perfekt sein muss. Niemand ist perfekt. Manchmal stolpern Eltern über unrealistische Wunschvorstellungen und Ansprüche von aussen und die Kinder reagieren darauf. Auch Zweifel und Unsicherheiten in Erziehungsfragen sind absolut normal. Ich möchte mit den Eltern das bestmögliche für sie und ihre Kinder herausholen. Dabei habe ich die Haltung, dass Eltern vieles richtig machen und bei Fragen und Unsicherheiten sind genau Fachpersonen wie ich für einen Austausch da. Ich wünsche mir also, dass Eltern einfach den Mut haben und sich unverbindlich mit ihren Fragen und Anliegen bei mir zu melden.

Und welche Unterstützung bietest du Jugendlichen?
Mit dem Austritt aus der Oberstufe fällt für die Jugendlichen die Schulsozialarbeit und damit eine wichtige Anlaufstelle weg. Diese Lücke will ich füllen. Der Übergang in das Berufsleben ist für viele Jugendliche ein enormer Schritt. Kommt dazu, dass sie nebenbei noch mit diversen anderen Themen beschäftigt sind. Das Ziel ist, sie dort zu unterstützen, wo es nötig ist. Das können Herausforderungen im Lehrbetrieb sein, Fragen zum Konsum von Medien, Umgang mit Geld, Unsicherheiten in der Sexualität, Konflikte zuhause etc. Es geht darum, dass die Jugendlichen auch nach der Oberstufenschule eine Ansprechperson haben, zu der sie mit ihren Themen gehen können.

Martin Koster im Interview mit Isabel Niedermann
 

Erziehungs- und Jugendberatung
Die Beratungsstelle ist eine Abteilung der Fachstelle Kind - Jugend - Familie Wittenbach. Beratungen sind freiwillig und kostenlos.

Gemeindehaus, Büro E10 im Erdgeschoss, Dottenwilerstrasse 2
martin.koster@wittenbach.ch, 071 292 22 07

Das Büro ist von Dienstagmittag bis Mittwochabend nicht besetzt.


Martin Koster
 

Datum der Neuigkeit 23. März 2021
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