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27.11.2020 09:23:00


Aus zwei mach eins

Nochmals schnell der Mama zuwinken, Jacke und Schuhe ausziehen, im Kreis bei den anderen Kindern Platz nehmen und schon geht es los: Der Igel Igor begrüsst die Spielgruppenkinder, später heisst es singen, tanzen, spielen, Znüni essen oder Geschichten hören. So oder im ähnlichen Stil könnte für Vorschulkinder ein Spielgruppenmorgen ablaufen. In Wittenbach decken das Werkstöbli und die Kinderwelt das Spielgruppenangebot ab. In diesem Jahr haben sie sich zum gemeinsamen Verein „Spielgruppen Wittenbach“ zusammengeschlossen. Geleitet wird der neue Verein von den beiden Co-Präsidentinnen Conny Forrer und Tamara Polla. Die beiden einst eigenständigen Spielgruppen können nun voneinander profitieren, wie Conny Forrer erklärt: „Die rechtlichen und finanziellen Verpflichtungen einer selbstständigen Spielgruppenleiterin wurden in den letzten Jahren immer grösser. Durch den Verein werden wir getragen und unterstützt“. Und Tamara Polla ergänzt: „Die Verantwortung ist auf mehreren Schultern verteilt, Synergien können besser genutzt und Know-How ausgetauscht werden.“

Breites Spielgruppenangebot
Mit neun Indoor-, zwei Wald- und einer Bauernhofspielgruppe bietet der Verein „Spielgruppen Wittenbach“ ein abwechslungsreiches und hochwertiges Angebot an. In jeder Gruppe werden dabei acht bis zwölf Kinder betreut. „Die Nachfrage ist teilweise so gross, dass auch Wartelisten geführt werden.“ sagt Tamara Polla. Die Indoorgruppen finden an zwei Standorten statt: Die Kinderwelt im Kirchgemeindehaus St. Konrad und das Werkstöbli aktuell noch an der Romanshornerstrasse. Im nächsten Jahr wird jedoch an die Dorfstrasse gezügelt, da das Werkstöbli im Rahmen der Zwischennutzung Räumlichkeiten im alten Schulhaus bezieht. Die Freude über den Umzug ist bei Conny Forrer gross. Zum einen, da die grösseren Räume dem Bewegungsdrang der Kinder eher entspricht, zum anderen aber auch, weil die für Spielgruppenverhältnisse hohe Miete am alten Ort wegfällt. „Unser Budget ist klein. Das Geld, das wir nun in der Miete einsparen, können wir für die Löhne ausgeben und so den gestiegenen Anforderungen an die Leiterinnen etwas gerechter werden.“ Darüber dürfen sich wohl auch die zehn Spielgruppenleiterinnen freuen, die auf der Lohnliste des Vereins stehen.

Beitrag zur Frühförderung
Spielgruppen sind wichtige Bildungsorte, in welchen Kinder im Vorschulalter in der Entwicklung zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten unterstützt werden. Oder wie es Conny Forrer mit klaren Worten sagt: „Wir sind kein Hütedienst, sondern haben einen Bildungsauftrag von Bund und Kanton, den wir sehr ernst nehmen.“ Für Kinder, die in der Spielgruppe waren, fällt der Schritt in den Kindergarten entsprechend leichter. Zudem können Spielgruppenleiterinnen Auffälligkeiten in der Entwicklung erkennen und daraus Handlungsstrategien entwickeln.

Gewinn für die Gemeinde
Von dem Spielgruppenangebot profitiert auch die Gemeinde. Nebst der Förderung der Kinder leisten Spielgruppen auch wertvolle Integrationsarbeit, wie Beni Gautschi, Gemeinderat und Verantwortlicher des Ressorts Jugend/Familie/Vereine erklärt: „Kinder mit einer anderen Muttersprache können spielerisch ihre Deutschkenntnisse erlernen oder verbessern. Zudem können fremdländische Eltern über die Spielgruppe mit Schweizer Eltern in Kontakt kommen.“ Zurzeit unterstützt die Gemeinde den Verein mit einem finanziellen Beitrag, die gegenseitigen Leistungen sollen künftig mit einer Leistungsvereinbarung geregelt werden. Das befürworten auch die beiden Co-Präsidentinnen. Für die Zukunft wünschen sie sich, dass sie mit ihrer Arbeit mehr wahrgenommen werden und weniger auf sich alleine gestellt sind. Ein Schritt in diese Richtung dürfte die Vision „Spielgruppe für alle“ gehen. Aus dem Kinder- und Jugendleitbild (Kids&Teensguide) hat die Bildungs- und Gesellschaftskommission den Auftrag sich im nächsten Jahr mit dieser Vision auseinander zusetzen.

Ratskanzlei


Spielgruppen Wittenbach
 

Datum der Neuigkeit 17. Nov. 2020
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