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21.10.2020 10:03:29


Gemeindeverwaltung ist leistungsportfreundlicher Lehrbetrieb

Die Gemeinde wurde von Swissolympics mit dem Label „Leistungsportfreundlicher Lehrbetrieb“ ausgezeichnet. Das Label steht dafür, dass Lehrbetriebe die Kombination von Leistungssport und Berufsausbildung ermöglichen. Für junge Athletinnen und Athleten ist das Angebot eines flexiblen Ausbildungsprogrammes nach der obligatorischen Schule ein entscheidender Faktor, damit sie ihre sportlichen Ziele auch während ihrer Ausbildungszeit weiterverfolgen können.

In der Gemeindeverwaltung Wittenbach hat Leandro Bötschi vor einem Jahr seine kaufmännische Lehre angefangen. Der 16-jährige kann gleichzeitig sein Fussballtalent ausüben und  trainiert als Goalie beim FC St. Gallen in der U18. Im Gespräch erzählt er vom Spagat zwischen seinem sportlichen Engagement und seiner Ausbildung.

Was unterscheidet dich von Lernenden, die keinen Leistungssport betreiben?
Grundsätzlich ist meine Lehre dieselbe, wie bei anderen Lernenden: Ich bin an zwei Tagen in der Schule und an drei Tagen im Lehrbetrieb. In der Schule habe ich für den Turnunterricht eine Dispens und in der Gemeindeverwaltung arbeite ich an den drei Tagen statt 25.5 Stunden nur 23 Stunden. Dies weil ich für die Fussballtrainings jeweils früher gehen oder später kommen kann.

Wie viel Platz nimmt Fussball bei dir ein?
Ich habe fünf Fussballtrainings in der Woche, vier am Abend und eins am Morgen. Zusätzlich absolviere ich Zuhause noch vier bis fünf Krafttrainings und samstags oder sonntags kommt noch ein Match dazu. Dass ich neben meiner Lehre noch so intensiv Fussball spielen kann, geht nur dank der Unterstützung der Gemeinde, die mir durch die geringere Arbeitszeit den Besuch der Trainings ermöglicht. Und dafür bin ich dankbar.

Fussball, Schule, Arbeit, vielleicht noch ein bisschen Freizeit - wie bringst du das alles unter einen Hut?
Ich muss mir die Zeit zum Lernen einteilen. Das mache ich dann meist am Samstag oder Sonntag und unter der Woche nach den Trainings. Viel Zeit für Freizeit bleibt nicht, aber Fussball ist Hobby und meine Leidenschaft und zwar seit ich als 5-Jähriger beim FC Wittenbach mit Fussball angefangen habe. Ausserdem ist die Bewegung gut für mich, denn in der Schule und bei der Arbeit sitze ich sehr viel. Ich empfinde meine Situation also nicht als Belastung, sondern eher als Chance.

Wie siehst du deine Zukunft: im Büro oder im Fussball?
Ich will sicher meine Lehre erfolgreich abschliessen. Mein Traum und Ziel ist es jedoch Profifussballer zu werden und davon leben zu können. Dazu gehört nie aufzugeben und weiter zu trainieren. Aber man weiss trotzdem nie, ob das klappt. Da besteht zum Beispiel die Gefahr von einer Verletzung oder meine Grösse könnte ein Hindernis sein. Als Goalie sollte man mindestens 1.85m gross sein, ich bin jetzt 1.81m. Aber mein Arzt ist zuversichtlich, gemäss seinen Vermessungen sollte ich etwa 1.88m werden.

Leandro Bötschi im Gespräch mit Isabel Niedermann

 

Florian Hafner, Ratsschreiber und Lehrlingsverantwortlicher
Wir unterstützten talentierte Jugendliche gerne in ihrer sportlichen Karriere. Dies erfordert von unserer Seite etwas mehr Flexibilität, gleichzeitig erwarten wir aber dasselbe Engagement wie bei den anderen Lernenden. Mit Leandro Bötschi machen wir nun erste Erfahrungen, die sehr positiv sind.

 


Leandro Bötschi
Leandro Bötschi

Datum der Neuigkeit 13. Okt. 2020
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